Anett Pötschke hat den Durchblick – Eine Erfolgsgeschichte trotz Corona

Was kommt nach dem Abi? Eine Ausbildung oder ein Studium? Arbeit im Büro oder doch lieber etwas Handwerkliches mit Menschen? Diese Fragen stellen sich viele Abiturienten. Für Anett Pötschke war klar, dass sie mit ihren eigenen Händen arbeiten und Kontakt mit Menschen haben möchte. „Tatsächlich ist für Mädels da die Augenoptik noch so das beste Handwerk“, scherzt sie. Nach der Lehre arbeitete sie drei Jahre als Augenoptikerin und schloss noch die Meisterschule an. „Da geht noch mehr“ dachte sie sich und machte sich 2004 selbständig. „Das war wirklich der denkbar ungünstigste Zeitpunkt, weil genau da die Zuzahlung der Krankenkasse entfiel und ich bereits nach zwei Jahren wieder alles aufgeben musste“, erinnert sich Anett Pötschke.

Filialleitung mit Kind – ist das möglich?

Nachdem sie die folgenden zehn Jahre wieder angestellt als Meisterin tätig war, wollte sie es nochmal versuchen und dieses Mal alles im Detail vorbereiten. „Das Leben kommt ja immer anders, als man es plant“, lacht die Augenoptikerin. „Ich wurde schwanger, ging in Elternzeit und die Selbständigkeit rutschte ins Nebengewerbe. So gut wie es mit Kind eben ging arbeitete ich als mobile Augenoptikerin und fragte mich, wie es nach der Elternzeit für mich beruflich weitergehen wird. Denn als angestellte Meisterin hat man ein größeres Problem mit Kind, weil die Öffnungszeiten oft von 9 bis 20 Uhr sind, Kitas aber viel früher schließen. Man kriegt auch kein Kind, um es dann immer abzugeben. Meister in Teilzeit macht auch keinen Sinn, denn das gibt nur weniger Geld und eine Filialleitung wie von mir angedacht ist so nicht möglich.“

Anett Pötschke entschied sich das Thema Selbständigkeit wieder anzugehen, erzählte ihrer Sachbearbeitung von der Agentur für Arbeit von ihrem Vorhaben und wurde dort gut beraten. Sie erfuhr von der Möglichkeit eines Gründercoachings, welches vom Arbeitsamt finanziert wird. „Dieses Mal wollte ich einen Experten zu Rate ziehen, um alle Risiken zu minimieren und eine solide, verlässliche Einschätzung zu erhalten“, so die Augenoptikerin.

Kostenfreies Gründercoaching

Auf der Suche nach Bildungsträgern, die für Gründercoachings nach AZAV zertifiziert sind, traf Anett Pötschke auf Erfolgspfad. „Das erste Gespräch war gut, ich hatte ein echt gutes Gefühl und schon bald darauf hatte ich einen Berater an der Hand“, erzählt sie. „Alles war sehr flexibel im Einzelcoaching, sowohl mit den Terminen als auch mit der Dauer und den Inhalten. Das war super auf meine Situation mit Kind abgestimmt. Der Berater konnte das total nachvollziehen, weil er selbst ein Kind hat und auch wenn ich es manchmal nicht so ausdrücken konnte, wusste er, was ich meine. Das baut Vertrauen auf, denn an einer Selbständigkeit hängt ja was dran. Vor allem, wenn man noch die Verantwortung für andere hat.“

Gemeinsam erarbeitete Anett Pötschke mit ihrem Berater einen Businessplan, stellte Anträge für Fördermittel und erhielt nach Ende des Coachings den Gründungszuschuss vom Arbeitsamt. „Das ist geschenktes Geld, um nicht gleich zu Beginn ins Minus zu rutschen. Mir hat es echt geholfen, beruflich auf die Füße zu kommen“, so Anett Pötschke dankbar. Sie eröffnete wieder ein kleines Geschäft, in dem sie zwei Tage pro Woche arbeitet. Die restlichen Tage ist sie mobil unterwegs und besucht vor allem pflegebedürftige Menschen in Pflegeeinrichtungen. „Aufgrund der Pflegestufe haben diese Menschen oft einen riesen Aufwand, wenn sie extra in ein Geschäft kommen müssen. Das bedeutet für alle Stress. Deshalb mache ich Termine, komme vorbei und führe die Augenprüfung vor Ort durch“, berichtet die Augenoptikerin. „Ich habe dann immer einen Koffer mit, wo alles drin ist. Also Fassungen, Modelle, Informationsmaterial und sogar eine kleine Werkstatt. Die Kunden können die Brille in ihrer gewohnten Umgebung aussuchen, ich lasse sie anfertigen und komme dann wieder vorbei, um sie anzupassen.“

Dieser Service ist bei den Bewohnern von Pflegeheimen sehr beliebt, jedoch braucht es immer vorher die Bestätigung durch den Betreuer. Während der Corona-Krise wurde das ganze noch durch die vorgeschriebenen Hygieneregelungen verschärft. Da eine Brille jedoch als medizinischer Bedarf eingestuft wird, durfte Anett Pötschke weiterarbeiten und auch die Kunden blieben ihr treu. „Mein Beruf ist offenbar systemrelevant und daher durfte ich auch mein Kind in den Kindergarten zur Betreuung geben. So konnte ich die Corona-Krise gut überstehen“, erzählt die selbständige Augenoptikerin. Ihr Anzeigen in Fachzeitungen für Pflege finden auch nach wie vor noch Anklang bei älteren Menschen, ebenso wie ihre persönliche Vorstellung bei Ärzten und der häuslichen Krankenpflege.

Mein Erfolgsrezept: Abgrenzung

Rückblickend ist Anett Pötschke mit ihrem Werdegang zufrieden. „Ich habe alles vorher lange geplant und die verschiedenen Möglichkeiten abgewogen. Das war genau richtig. Durch das Coaching habe ich auch mein Angebot spezialisiert, sodass ich mich abgrenze und nicht das mache, was alle anderen machen. Diese Verbindung aus mobiler und medizinischer Augenoptik macht sonst niemand hier in Sachsen“, so die Augenoptikerin stolz. „Ich habe zudem viel Geld gespart durch die flexiblen Arbeits- bzw. Öffnungszeiten. Hier hat mich mein Berater persönlich und fachlich sehr gut beraten. Jetzt passt meine Arbeit super zu meinem Leben, denn ich bin nicht mehr an Öffnungszeiten gebunden, sondern arbeite rein auf Termin. Für Vertretung sorgt eine ehemalige Kollegin, die selbständig ist und Sehhilfen für Kinder anbietet. Jeder hat eben sein Spezialgebiet.“

Sie selbst hat gelernt die Dinge auch mal anders zu machen als vorher geplant. Den Bereich der Kontaktlinsen beispielsweise bietet sie gar nicht an, weil der Markt hier bereits regional gesättigt ist. „Man sollte seine Spezialisierung finden und sich darin weiterbilden. Ich musste den Mut finden, alles über den Haufen zu werden und in alle Richtungen zu denken“, erinnert sich Anett Pötschke. „Da ist es total hilfreich Jemanden zu haben, den man fragen und dem man vertrauen kann. So ein Berater stellt dann die richtigen Fragen, hilft bei der Umsetzung und ist dabei einfach offen, ehrlich, unparteiisch. Tipps von Experten kann man auch leichter annehmen“, so die Selbständige lachend.

 

Praxis für Augenoptik Anett Pötschke

Die Sehfahrer – mobiler Augenoptikerservice

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www.augenoptik-poetschke.de

 

Radiospot zur Augenoptik Pötschke: http://www.augenoptik-poetschke.de/radiospot-die-sehfahrer/

Beitrag im top magazin 2019/2020:

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