Finanzmanagement für Gründer: Hände weg von reinen Online-Banken

Onlinebanken

Online-Banken bei Existenzgründern sehr beliebt

Wer sich selbständig machen will, hat schon genug Formalitäten zu erledigen. Gewerbeamt, Finanzamt oder Agentur für Arbeit fordern Angaben und Nachweise.

Zu verständlich, dass man als Existenzgründer zumindest die Bankgeschäfte online und ohne großen Aufwand abwickeln will. Manche Online-Banken locken mit einer Kontoeröffnung innerhalb weniger Minuten oder mit günstigen Kontoführungsgebühren.

Doch Vorsicht! Im Krisenfall werden Unternehmer von Online-Banken oft mit ihren Problemen alleine gelassen.

Welche Nachteile haben reine Online-Banken für Existenzgründer?

Bei vielen Online-Banken ist der Kunde tatsächlich nicht mehr als eine Nummer. Manche Online-Banken sind so sehr auf die Kontoführung spezialisiert, dass sie keine anderen Produkte anbieten, wie z.B. Darlehen.

In der Corona-Krise hat so mancher Selbständiger festgestellt: Die Darlehensanfrage bei der Online-Bank läuft ins Leere.

Wenn dann keine zweite Kontoverbindung bei einer lokalen Bankfiliale besteht, muss erst eine neue Bank für einen Kreditantrag gesucht werden. Dies kostet auf jeden Fall Zeit.

Zeit, die in einer Krise vielleicht nicht mehr zur Verfügung steht.

Ein weiterer Nachteil: Die neue Bank „kennt“ den Unternehmer nicht und kann ihn nicht einschätzen. Weil eine Kontohistorie fehlt, ist das Zahlungsverhalten des neuen Kunden unbekannt und kann nur schlecht beurteilt werden. Keine guten Voraussetzungen für einen Kreditantrag!

Was sollte man bei der Wahl der Bank beachten?

Existenzgründer sollten als erstes bei der Bank nach einem Geschäftskonto fragen, mit der bereits ein langjähriges Kundenverhältnis besteht. Eine Geschäftsbeziehung auf Vertrauen aufzubauen, ist die beste Grundlage für eine Absicherung in der Krise.

Bei allen Geschäftsbanken mit Filialnetz ist immer auch eine Kontoführung über das Internet möglich. Gleicher Bedienkomfort also wie bei Online-Banken.

Weiterer Vorteil von niedergelassenen Banken: Meist steht ein konkreter Ansprechpartner zur Verfügung, der die Historie des Unternehmens kennt und rasch entscheiden kann, z. B. wenn es um die kurzfristige Einrichtung eines Kontokorrentkredites geht.

Zusätzlich empfiehlt es sich, immer ein zweites Geschäftskonto bei einer anderen Bank in der Hinterhand zu haben. Im Fall einer Krise bleibt ein Unternehmer so immer handlungsfähig.

Unser Fazit

Als Existenzgründer sollte man der Wahl seiner Kontoverbindung besondere Aufmerksamkeit schenken. Reine Online-Banken decken in aller Regel nicht die Bedürfnisse von Unternehmern. Was in guten Zeiten funktioniert, kann in einer Krise schnell zur Stolperfalle werden. Daher eine Kontoeröffnung bei einer niedergelassenen Bank, am besten zuerst bei der eigenen Hausbank, prüfen.

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