So schwingt das Tanzbein – Christina Archut bewegt Menschen

„Ich liebe die Musik und das Tanzen schon seit meiner Kindheit. Seit meinem vierten Lebensjahr tanze ich, später habe ich auch Formation getanzt. Nebenbei hatte ich Klavier- und Gesangsunterricht – also bestand und besteht mein Leben quasi aus Musik und Bewegung“, erzählt Christina Archut lachend.

Eigentlich hatte sie mal Pharmazie studiert, weil sie Menschen beraten wollte. Ihr Vater war Apotheker und weithin für seine gute Beratung bekannt. Viele kamen von weit her, um nach seinen Empfehlungen zu fragen. Bei ihm standen die Menschen immer an erster Stelle. „Doch als ich dann als Apothekerin angestellt war, agierten meine Chefs nur nach wirtschaftlichen Aspekten und drückten mir einen Verkaufszwang auf, anstatt die Kunden individuell zu beraten“, erinnert sich Christina Archut. „Während meiner Elternzeit habe ich dann gemerkt, dass ich das so nicht mehr will und dass mein Schwerpunkt doch eigentlich immer auf Sprachen und künstlerischen Fächern lag. Mir wurde klar, dass ich lieber mit Kindern arbeiten möchte, weil mich das einfach mehr erfüllt.“

Der Berufswechsel

Nebenberuflich startete die gelernte Apothekerin eine Ausbildung zur lizenzierten Musikgartenlehrerin und entwickelte ein Früherziehungskonzept. Später absolvierte sie beim Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband (ADTV) die Ausbildung zur Kindertanzlehrerin, arbeitete zehn Jahre in diesem Beruf und ist auch als Referentin sowie Prüferin für den ADTV im Rahmen der Kindertanzlehrerausbildung tätig. „Eigentlich machte ich das, was ich machen wollte, mit Kindern und Senioren, aber die Diskrepanzen mit dem Chef der Tanzschule wurden irgendwann so groß, dass ich kündigen musste. Ohne etwas anderes zu haben“, erinnert sich Christina Archut.

Bei der Agentur für Arbeit hatte man erstmal keine Stelle für sie. Also was tun? Eigentlich wusste Christina Archut ja, wie man eine Tanzschule führt, da sie schon als Angestellte alles selbständig erarbeitet und gemanagt hatte. „Eine Freundin erzählte mir dann von der Möglichkeit einer Gründerberatung, die komplett vom Arbeitsamt finanziert wird. Sowas muss man ja erstmal wissen. Ich habe selbst recherchiert, vom AVGS gelesen und dass man Bildungsträger mit AZAV Zulassung braucht. Klang recht kompliziert“, erzählt die Tanzlehrerin. „Im Vergleich verschiedener zertifizierter Träger gefielen mir die Aufmachung sowie die Inhalte des Einzelcoachings bei Erfolgspfad sehr. Im Erstgespräch hat mir dann eine Beraterin alles genau erklärt, mir beim Antrag des AVGS geholfen und ein paar Tage später konnten wir schon das Coaching planen“, berichtet Christina Archut.

In den drei darauffolgenden Wochen erarbeitete die Tanzlehrerin gemeinsam mit ihrer Sachbearbeiterin einen ausgefeilten Businessplan und die Finanzierung der eigenen Tanzschule. „Hier erarbeiteten wir den Gründungszuschuss, von dem ich in der Arbeitsagentur erfahren hatte. Meine Beraterin war da super kompetent, hat für mich auf die Frist zur Antragsstellung geachtet und am Ende wurde auch alles bewilligt“, so Christina Archut dankbar. „Da bin ich genau an die richtige Adresse geraten. Ich habe dann auch gemerkt, dass mir das durchaus selbst etwas bringt. Also alles, was ich über Finanzen und Marketing gelernt habe, kann ich jetzt auch im Alltag nutzen. Das ganze Coaching war dabei sehr an meinen Fragen orientiert, dadurch individuell, sinnvoll und vor allem wirkungsvoll.“

„Alles kommt anders als gedacht“

Gleichzeitig begab sich die angehende Tanzschul-Leiterin auf die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten. Vom Geschäftskonzept angedacht waren verschiedene Standorte, die man stundenweise anmietet, um den Kundenkreis zu erhöhen und die Risiken einer eigenen Immobilie zu verringern. Die im Coaching erarbeiteten Faktoren zu Auswahl der Standorte ergaben dann vier Räume in Lichtenfelde, Dahlem, Mariendorf und Kreuzberg. „Es kommt ja immer alles anders als gedacht“, scherzt Christina Archut. „In Berlin und Umgebung ist es mit Immobilien sowieso schwierig, aber am Ende lief es im abgelegenen Mariendorf sehr viel besser als im wohlhabenden Dahlem oder im Kiez von Kreuzberg.“

Im Februar begannen die ersten kleinen Kurse der Tanzschule „TANZEN MIT CHRISTINA“ und der Start zum ersten März lief großartig. „Tja und am 16.3. war dann wieder alles vorbei. Aufgrund von Corona musste ich meine Tanzschule von Mitte März bis Juni schließen. Mit den strengen Auflagen konnte ich dann wieder öffnen, hatte aber natürlich nur wenige Alt- und keine Neukunden“, seufzt Christina Archut. So wie auch viele andere Selbständige in der Gastronomie oder dem Tourismus musste auch die Tanzschule nach Corona wieder ganz von vorne anfangen, sich digital breit aufstellen und aktiv Akquise betreiben. „Hier in Berlin muss man über´s Internet gehen, weil Aushänge nicht funktionieren und auch der persönliche Kontaktaufbau nicht mehr möglich war. Darüber hinaus hatten viele kein Geld mehr übrig für Hobbies wie Tanzen. Nur wenige kamen vorbei und fanden es schön, mal raus zu kommen und sich zu bewegen.“

Tanzen trotz Corona?

In den folgenden Monaten stelle Christina Archut ein Hygienekonzept auf, teilte die Kunden in Gruppen ein und achtete vor allem bei den Kindern mit Eltern darauf, dass nie mehr als acht Personen gleichzeitig in einem Raum sind. Nebenbei stellte sie Videos von Tanzeinheiten auf ihre Website, sodass Kinder und Eltern auch von zuhause aus weitertanzen konnten. „Da muss man wirklich flexibel sein und durchhalten, bis man das Vertrauen der Kunden aufgebaut hat. Nicht jeder hat so zuhause die Möglichkeiten wie mein Mann und ich, dass man einfach dort weiter tanzt und Anleitung hat. Ich habe versucht digital zu allen Kunden Kontakt zu halten und Fragen schnell zu klären“, erzählt Christina Archut.

Rückblickend hätte sie natürlich gerne ohne Corona gegründet, aber am Ende lief alles gut. Noch sind zu wenig Kunden da, als dass es sich rentiert. Daher will Christina Archut auch die zweite Förderphase vom Gründungszuschuss beantragen, damit wenigstens für weitere neun Monate die soziale Absicherung mit 300 Euro vom Arbeitsamt übernommen wird. Ihre Kurse für Kinder zwischen zwei und acht Jahren sowie für Senioren ab 60 Jahren werden insgesamt gut angenommen. Diese Zielgruppe ist sehr familienfreundlich, da alle Kunden tagsüber Zeit haben und Christina Archut dann abends selbst den Feierabend mit ihrer Familie genießen kann.

Das gesundheitsorientierte Konzept für die Senioren baut auf MOVITA (=Mobilität, Vitalität, Tanz) auf und bereitet allen viel Freude. „Meine Arbeit erfüllt mich und ich bin dankbar, dass ich trotz Corona selbständig sein kann. Die gute Planung im Vorhinein hat mir dabei sehr geholfen, die schwierige Anfangsphase zu überbrücken – vor allem finanziell. Ich würde jedem, der noch nie vorher selbständig war, empfehlen, so ein Coaching zu machen. Das geht inhaltlich weit übers fachliche hinaus und deckt wirklich alle Themen der Buchhaltung, Finanzierung, der Steuern und Werbung ab. Wenn man dann noch eine sympathische Beraterin hat, die objektiv und motivierend die Geschäftsidee voran bringt, dann kann man erfolgreich gründen.“

0176 4279 7607

info@tanzen-mit-christina.de

https://www.tanzen-mit-christina.de/

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