Gemalte Lebensfreude – Aquarelle von Verena Kohl

„Bilder bringen den Menschen die Liebe und Schönheit unserer Welt näher, die es zu erhalten gilt – im Einklang mit Mensch, Tier und Natur. Es geht um das Träumerische, um die tiefen Bildwelten in uns.“ Durch diese Philosophie angetrieben ist Verena Kohl leidenschaftliche Malerin und Illustratorin. Das Zusammenspiel der natürlichen Aquarellfarben und der weichen Formen soll vor allem Kinder erreichen und sie in ihre Kreativität anregen. „Meine Bilder zeigen heile Welten und wie schön die Natur sein kann. Kinder können in ihre Phantasiewelt abtauchen und ältere Menschen bekommen ein bisschen gemaltes Frohsein“, so Verena Kohl.

„Das Kind malt in mir“

Schon als Kind hatte Verena Kohl viel gemalt und sich künstlerisch ausprobiert. Mit der Schule und dem Abitur verflog die Zeit fürs Malen. Später studierte sie Architektur in Bochum, was einen kleinen Kunstanteil, aber größtenteils mit Zahlen zu tun hatte. „Man hört ja immer: Mit Kunst kann man kein Geld verdienen. Deshalb habe ich den gesellschaftlichen Erwartungen entsprechend einen vorbildlichen Werdegang hingelegt und bin Architektin geworden“, erzählt Verena Kohl.

Nach der Geburt ihrer Kinder fing sie wieder an zu malen – erst mit ihren Kindern, dann für ihre Kinder und plötzlich auch für andere Kinder. Die Erzieher des Kindergartens fragten Plakate für Basare bei ihr an und auch Eltern gaben ihr ein durchweg positives Feedback. „Zuerst habe ich umsonst gemalt und dann kleine Spenden entgegengenommen“, berichtet die gelernte Architektin. „In meinen Bildern kommt das kindliche, heile wieder zum Vorschein – das ist herrlich. Beim Malen bin ich frei. Das war einfach ein schöner nebenberuflicher Ausgleich.“ Das Repertoire an Motiven baute Verena Kohl immer weiter aus, bis sie 2016 bereits einen ersten eignen Verkaufsstand auf einem Basar hatte. Aufträge erhielt sie über Empfehlungen oder durch die Bilder auf ihrer Facebook-Seite.

Ist Malen ein richtiger Job?

Nach der Elternzeit ging Verena Kohl wieder zurück ins Architekturbüro und merkte schnell, wie wenig ihr Alltag mit Kunst zu tun hatte. Es ging nur darum, alles rechtzeitig zu schaffen und dabei den Erwartungen anderer gerecht zu werden. „Jeden Morgen musste ich hetzen, damit ich die Kinder pünktlich wegbringen und um halb neun im Büro sein konnte. Ich bin allem immer nur hinterhergerannt“, erinnert sich die zweifache Mutter. „Als sich dann noch meine familiäre Situation änderte, musste ich plötzlich alleinerziehend alles auf die Reihe kriegen. Nach einem Jahr war mir klar: ich will hier raus! Ich will malen und das hauptberuflich.“

Doch wie schafft man eine erfolgreiche Selbständigkeit? Wie sollte sie erklären, dass sie als Architektin aufhören und sich als Malerin selbständig machen wollte? „Zuerst erklärte ich das meiner Chefin und erwartete Unverständnis. Tatsächlich konnten wir uns aber einigen und das Arbeitsverhältnis beenden“, erklärt Verena Kohl. Kurz darauf recherchierte sie nach Unterstützungsmöglichkeiten und las vom Gründungszuschuss und einem Existenzgründercoaching für Arbeitssuchende.  „Da die Informationen bei der Agentur für Arbeit zum Teil sehr verkompliziert wurden, war ich dankbar, als ich auf Erfolgspfad traf, wo mir alles Schritt für Schritt erklärt wurde. Ich erfuhr vom Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein, den ich beantragte, erhielt und für das Coaching zum Businessplan und Gründungsablauf nutzen konnte.“

Kurz darauf meldete sich ein Unternehmensberater von Erfolgspfad bei der angehenden Malerin und das Coaching konnte beginnen. Innerhalb eines Monats stellten sie gemeinsam das Geschäftsmodell und die Büroorganisation auf, sie feilten an der Produktbeschreibung sowie -kalkulation, sprachen über den Vertriebsweg und die langfristige Kundenakquise. „Das Coaching war sehr angenehm und entspannt. Also keine Schule mit Leistungsdruck, sondern eine sympathische Zusammenarbeit“, berichtet die gelernte Illustratorin. „Neben den Möglichkeiten zur persönlichen Absicherung war es für mich vor allem wichtig, ein positives Feedback zu kriegen. Mein Berater hat mir geholfen, die Selbständigkeit auf ein solides Fundament zu stellen, das gewinnbringend ist. Für meine Malerei habe ich mich oft gerechtfertigt und da tat der Zuspruch vom Berater gut. Mit seiner Erfahrung kann er das einschätzen und ich kann mich mehr darauf verlassen, als auf die gutgemeinten Meinungen von Freunden. Ich habe für mich erkannt, dass ich mein Licht nicht unter den Scheffel stellen, sondern positiv in die Zukunft schauen sollte.“ Mit diesem positiven Motivationsschub erarbeitete Verena Kohl ihren Businessplan, reichte diesen ein und erhielt den Gründungszuschuss zum Start ihrer Selbständigkeit.

 

Schritt für Schritt in die Selbständigkeit

Pünktlich zu Weihnachten waren die Aquarell-Bilder von Verena Kohl online in Ihrem Shop erhältlich und wurden auch eifrig gekauft. In ihrem Atelier kreierte sie fleißig neue Motive, produzierte Bestellungen nach und genoss die auch stressige Zeit des Verkaufs. „Man muss dann immer gucken, wie man sich die Zeit einteilt“, erzählt sie. „Wann male ich? Wann bin ich im Shop und wann habe ich Zeit für meine Kinder?“ Jetzt wo es im Frühling etwas ruhiger wird, möchte sich die selbständige Künstlerin wieder mehr auf ihre Werbung konzentrieren und den gemeinsam mit dem Berater aufgestellten Marketingplan nach und nach abarbeiten. Die Aquarelle-Bilder sind bereits online und bei Etsy erhältlich, während ein Pinterest- sowie Instagram-Profil und Flyer bzw. Plakate für den Direktvertrieb noch im Aufbau sind. „Aus meinem Studium bringe ich das Können mit, all meine Werbematerialien und -schilder selbst zu gestalten. Einige Tipps vom Berater haben mir auch geholfen und die Ideen in mir sprudeln: Indianer und Piraten, Sternzeichen und schöne Motive zur Einschulung“, so Verena Kohl begeistert.

Langfristig will sie ihren Kundenstamm auf Arztpraxen, Kindereinrichtungen und christlichen Gemeinschaften ausweiten und auch ihr Angebot wächst. Neue Motive, Kalender, Geburtstagskarten, Lesezeichen und Freundebücher sind geplant. Auch den Traum eines eigenen Bilderbuchs für Kinder mit der Geschichte einer kleinen Elfe will sich die Künstlerin verwirklichen. „Es ist herrlich so selbstbestimmt zu arbeiten und sich ganz reinstürzen zu können. Ich komme morgens in mein Atelier und bin total glücklich. Wer kann das schon über seine tägliche Arbeit sagen?“, so Verena Kohl lachend. „Das zeige ich in meinen Bildern und das kommt bei den Kunden an. Auch als Alleinerziehende ist es machbar sich selbst zu verwirklichen, wenn man seine Geschichte annimmt und die eigenen Begabungen erkennt.“

„Ich gehe nicht zurück ins Büro!“

Das Atelier von Verena Kohl ist mit im eigenen Haus, aber vom privaten Wohnen abgetrennt. So kann sie ihre Arbeit super mit ihrer Familie vereinbaren, gemeinsam mit den Kindern malen und auf sie eingehen. „Wenn meine Tochter heute nochmal geschmust werden möchte, bevor sie in den Kindergarten geht, dann gebe ich ihr die Zeit und fange einfach später an zu malen. Früher im Architekturbüro wäre das undenkbar gewesen. Auch deshalb habe ich für mich im Kopf festgesetzt, dass ich nie wieder zurück ins Büro will“, erklärt die selbständige Künstlerin entschlossen.

Die weichen fließenden Formen der transparenten Aquarelle geben Verena Kohl ein Gefühl von Leichtigkeit und Frohsein. Die leuchtenden Farben bringen Kinderaugen zum Leuchten und geben ihr als Künstlerin Mut, an sich und den Erfolg zu glauben. Pro Bild braucht sie durchschnittlich vier Stunden, da sie die Farben schichtet und das Trocknen viel Zeit benötigt. Neben den Kunstdrucken auf Recycling-Karton verkauft sie selten auch Originale und entwickelt ihre Techniken immer weiter.

Rückblickend ist Verena Kohl zufrieden mit ihrem Werdegang und dankbar für die Unterstützung. „Ich genieße es meine eigene Chefin zu sein, auch wenn man natürlich ein Risiko eingeht. Mann muss auch finanziell erstmal in Vorleistung gehen. Die Frage bleibt ja: Womit will ich meine Zeit hier auf Erden verbringen? Für mich war es goldrichtig, sich schlau zu machen und Hilfe zu suchen. Mein Berater hat mir Tipps gegeben, auf die ich selber nicht gekommen wäre und vor allem der Zahlenteil wäre allein schon schwer gewesen. Neben der eigenen Begabung und Leidenschaft sollte man Freunde nach Hilfe fragen und auch Unterstützung wie das Coaching oder Zuschüsse annehmen. Dann muss man auch keine Angst vor den möglichen Konsequenzen haben, sondern kann befreit und motiviert gründen. Ich bin dankbar mich jetzt den schönen Seiten des Lebens zuwenden und damit mein Geld verdienen zu können.“

0178/ 4726773
Aquarelle@verena-kohl.de

https://verena-kohl.de/

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