Sprecherin Juliane Hempel verleiht Geschichten eine Stimme

Bevor Juliane Hempel selbständige Synchron-Sprecherin wurde, war sie Teilnehmerin beim Gründercoaching kompakt von Erfolgspfad. Als erfolgreiche Gründerin ist sie heute auch die Stimme unserer Videoreihe „Erfolgspfad erklärt“. Hier geht es um gründungsrelevante Fragen zum Gründungszuschuss und zum Einstiegsgeld, zur Erstellung des Businessplans und zu den Modulen des Gründercoachings kompakt bei Erfolgspfad. „Ich habe mich sehr über diese Anfrage gefreut. Es ist eine klasse Arbeitseinstellung von Erfolgspfad, grade den Jungen eine Chance zu geben ihre Leistung abzuliefern“, freut sich Juliane Hempel. „Sie unterstützen mich bei der Gründung und beauftragen mich danach noch. Das nenn ich Verbundenheit.“

„Eigentlich war ich ein Klugscheißerkind“

Kinder haben meist eine ausgeprägte Phantasie, malen oder erzählen ihre Geschichten. Juliane Hempel hat damals eigens erdachte Hörspiele oder Radiosendungen mit ihrem Kassettenrekorder aufgenommen. Sprechen und Lesen waren schon immer ihre Stärke, was sie auch in Lesewettbewerben neben dem Schulalltag bewies. „Ich habe mir schon in jungen Jahren gewünscht mal einen Zeichentrickfilm mitzusprechen. Dann aber auch korrekt. Tatsächlich war ich so ein „Klugscheißerkind“, das selbst Erwachsene berichtigt, wenn sie sich falsch ausdrücken. Das war schon immer so“, erzählt Juliane Hempel lachend.

Später entschied sich Juliane Hempel für ein Studium in Kulturwissenschaft und Lateinamerikanistik. Nach der Beschäftigung als Assistentin der Geschäftsführung erhielt sie 2015 eine Anstellung bei einem Reiseanbieter. „Das war zwar weit weg von meinem eigentlichen Beruf, weil es nichts mit Kultur zu tun hatte, aber von dem verdienten Geld konnte ich mir nebenbei eine Ausbildung zur Sprecherin finanzieren“, erklärt Juliane Hempel. In einer anderthalbjährigen Sprecher- und Phonetikausbildung lernte sie das dialektfreie Sprechen, die unverzichtbare deutsche Hochlautung, sie machte Atmen- und Stimmtraining oder arbeitete an ihrer Ausdrucksfähigkeit.

Neben der Sprecherausbildung und weiteren Weiterbildungen im Bereich Synchron bei Engelbert von Nordhausen der Agentur Stimmgerecht und der Christian-Rhode-Sprecherschule hatte Juliane Hempel bereits einzelne Projekte im Synchronsprechen oder bei der Aufnahme von Hörbüchern und Radiospots angenommen. Als Sprecherin liest sie regelmäßig live die Untertitel für das KUKI-Festival, dem Internationalen Kurzfilmfestival für Kinder und Jugendliche, ein. Bei den in der Filmbranche bedeutenden Filmfestspielen in Berlin, der jährlichen Berlinale, war sie ebenfalls schon beteiligt. Bereits hier war klar, dass eine professionelle Laufbahn als Sprecherin viel mehr Zeit braucht, als sie aufwenden konnte.

Was sie wollte war sprechen, sprechen, sprechen

„Die Sprecherkurse habe ich eher wie Ferien wahrgenommen, als dass es mir eine Last gewesen wäre. Es hat mir so viel mehr Spaß gemacht als meine Arbeit, obwohl die Sprechausbildung nur Teilzeit war“, so Juliane Hempel. „Da fiel die Entscheidung: Ich wollte nicht mehr vorm Rechner sitzen und dort versauern, sondern sprechen sprechen sprechen. Als es dann noch einen Trauerfall in meiner engsten Familie gab merkte ich deutlich, dass hier etwas nicht passt und dass ich meine Zeit besser nutzen möchte.

Mit dieser Zuversicht entschied sich die gelernte Kulturwissenschaftlerin ihren Job zu kündigen und den Fokus ganz auf eine Selbständigkeit als Sprecherin zu setzen. „Vielleicht brauchte ich den Antrieb, um mir endgültig klar zu werden und die Zeit freizuschaufeln“, erzählt Juliane Hempel rückblickend. „Neben dem Hauptberuf immer mal abends ein bisschen eine Selbständigkeit aufzubauen ist nicht möglich.“ Dank eigener Recherchen erfuhr Juliane Hempel von der Möglichkeit eines Existenzgründercoachings und wandte sich voller Tatendrang an die Agentur für Arbeit für mögliche Unterstützungen. „Der Zeitraum bis zur Gründung war sehr knapp“, erinnert sich die gelernte Sprecherin heute. „Ich erhielt zwar einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein zur Finanzierung eines Existenzgründercoachings, hatte dann aber nur 10 Tage Zeit. Mir wurde direkt gesagt, dass das zeitlich gar nicht mehr klappen könne.“ Juliane Hempel ließ sich aber nicht entmutigen, recherchierte Träger für das Existenzgründercoaching und telefonierte die Kontakte durch. „Die Beraterin von Erfolgspfad machte mir Mut. „Wir schaffen das“ sagte sie immer wieder. Ich fühlte mich ernst genommen und tatsächlich haben wir es hingekriegt“, berichtet Juliane Hempel stolz.

Selbständigkeit ist kein Hexenwerk

Innerhalb von einer Woche reflektierte die Beraterin mit ihr ihre Konzeptentwicklung und half mit dem Businessplan, vor allem mit den Zahlen. Durch ihre Familiensituation hatte Juliane Hempel früh gelernt, wirtschaftlich zu haushalten, mit wenig Geld auszukommen und vorrausschauend damit umzugehen. Ihr war auch klar, dass sie auf ihre stimmliche Gesundheit achten muss, weil das ihr essenzielles Kapital ist. Doch was musste sie noch alles einplanen? „Urlaub, Weiterbildungen… das hatte ich gar nicht im Kopf“, erzählt die ausgebildete Synchron-Sprecherin. „Ich hatte keine Vorstellung, wie ich finanziell überleben soll. Meine Beraterin hat mir dann bewusst gemacht, dass ich sehr wohl Pläne und Potentiale habe, die wir nutzen können. Sie hat mir Mut gemacht und mir die Sicherheit gegeben, mit einem strukturierten Plan in die Selbständigkeit zu gehen. Nach dem Coaching weiß ich, es ist kein Hexenwerk. Man muss einfach einen Experten fragen.“ Pünktlich zum Termin wurde das Konzept fertig und abgegeben. Juliane Hempel erhielt den Gründungszuschuss und nach sechs Monaten noch die Verlängerung auf weitere neun Monate. „Ich freue mich sehr über diese Förderung, denn ich hatte nicht gedacht, dass das alles noch funktioniert“, erzählt sie. „Man braucht eben doch ein Jahr bis zum Erfolg und da tat es gut neben einer wertschätzenden Expertin auch auf eine nachhaltige Finanzierung zurückgreifen zu können. Im Coaching habe ich gelernt zu reflektieren und auch mal stolz auf mich zu sein. Smarte Ziele zu haben heißt ja auch, auf das Gute zurück zu schauen. Das war sehr hilfreich.“

Heute ist das Auftragsspektrum von Juliane Hempel vielseitig und zahlreich: Von Telefonansagen für Unternehmen, über Audioguides und Lernsoftware, bis zu Werbe- und Imagefilmen. „Es macht einen riesen Unterschied, wie etwas gesprochen wird“, erklärt Juliane Hempel. „Die Stimme ist bei jedem Menschen individuell und unverkennbar. Ich leihe Geschichten gerne meine Stimme. Sie ist der Spiegel meiner Seele, denn Sprecherin zu sein ist für mich nicht ein Beruf, sondern eine Berufung.“ Darüber hinaus besucht sie regelmäßig Aufnahmeleiter und -leiterinnen in ihren Studios und fragt nach Projekten. „Ich schaue einfach mal rein, um ein persönliches Verhältnis aufzubauen und hängen zu bleiben. Das ist manchmal ziemlich anstrengend, klappt aber oft ganz gut“, so Juliane Hempel zufrieden. „Es ist verdammt viel Arbeit, aber eine schöne Arbeit. Seit Sommer ist mein Erfolg auch relativ stabil.“ Nebenbei bewirbt sie sich auf Castings, lebt von der Mundpropaganda vergangener Festivals und recherchiert selbst nach weiteren möglichen Projekten. So hat sie bspw. einen Hörbuchverlag gefunden und baut auch ihr Netzwerk weiter aus in Richtung Blindeneinsprache für Webtexte oder Filme.

Gründen ist wie Fahrradfahren

Rückblickend erinnert sie sich an viele sorgenvolle Stunden und Ängste wie: Bin ich gut genug? Kann ich mich etablieren? Muss ich mich gegen meine Moral im Haifischbecken durchbeißen? Was ist, wenn der Zuschuss ausbleibt? „Am Anfang habe ich es irgendwie von Monat zu Monat geschafft durchzukommen. Natürlich habe ich noch Angst, dass langfristig die Aufträge ausbleiben“, berichtet Juliane Hempel nachdenklich. „Es ist wie beim Fahrradfahren: Am Anfang hält einen noch jemand fest, sichert einen quasi und irgendwann muss man alleine fahren lernen. Jeder hat davor ein bisschen Angst. Ich bin aber überzeugt, dass Leidenschaft gepaart mit fundiertem Können in einem Fachbereich zum wirtschaftlichen Erfolg führen.“

Anderen Gründern rät Juliane Hempel immer das zu machen, was einem Spaß macht, anstatt sich täglich zur Arbeit zu schleppen. Als Selbständige verdient sie nicht viel mehr als vorher, aber der heutige Beruf passt zu ihr. „Wir haben nur eine begrenzte Zeit im Leben und diese sollten wir nutzen. Ich fragte mich, worauf ich am Ende zurückschauen möchte und dass ich ein Vorbild bin für meine 13-jährige Tochter. Sie soll an ihrer Mama sehen, dass Ehrgeiz und der Glaube an sich selbst sowie an seine Ideen richtig und gut sind“, betont Juliane Hempel.

Was ihr am meisten geholfen hat? „Das Existenzgründercoaching! Ich bin eher der Sprach-Kreative-Typ und brauchte die Zahlen von einer Expertin. Es ist doch echt klasse, wenn man arbeitslos ist und dann die Vorbereitungszeit für die geplante Gründung bezahlt bekommt. Das lindert die finanzielle Barriere und schafft eine professionell aufgesetzte Grundlage. Man lernt das theoretische Know-how, also Dinge, die man wissen MUSS. Und man wird auch auf der persönlichen Ebene unterstützt. Man weiß, dass man nicht alleine ist. Meine Beraterin war an meiner Seite und gemeinsam rannten wir die Wände des Ämterjungels ein“, so Juliane Hempel kämpferisch. „Man hat mit einem Coaching für die Selbständigkeit doch so viel zu gewinnen und so wenig zu verlieren. Egal welche Idee, ob das eigene Café oder eine ICH-AG wie bei mir – alles ist möglich.“

SPRECHERIN
Juliane Hempel

0176 80347746

mail@julianehempel.de

www.julianehempel.de

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