Unverpackt einkaufen – Heidrun Plümer ist umweltbewusst unterwegs

Bei einem Großeinkauf im Supermarkt kommt vieles ins Haus, vor allem viel Müll. Zahlreiche Verpackungen werden vor oder nach Gebrauch weggeschmissen, ebenso wie einige Lebensmittel. Heidrun Plümer setzt diesem Trend etwas entgegen und ist mit ihrem mobilen Lose Laden Truck im Landkreis Diepholz unterwegs. „Mit meinem Konzept möchte ich den Kunden ermöglichen, umweltbewusst, plastikfrei und damit nachhaltig einzukaufen.“

Als gelernte Landwirtin weiß Heidrun Plümer wie es in der Landwirtschaft zugeht. „Wir haben selbst zuhause auf dem Hof Milchkühe und Kontakt zur Massentierhaltung. Das kann man wirklich anders machen“, so Plümer energisch. „In meiner Zeit als Einzelhandelskauffrau war ich als Vertrieblerin für Reinigungsprodukte tätig und auch hier stieg der Umweltgedanke immer mehr in mir hoch.“ Zu eben diesem Thema rund um Kunststoff wurde 2019 das Jenke Experiment im Fernsehen ausgestrahlt. „Die Ergebnisse waren erschreckend“, so Heidrun Plümer. „Als ich gehört habe, dass selbst die Kinder schon Kunststoff im Blut haben, war das der Stichtag, um einiges in meinem Haushalt zu ändern. Wir nutzen jetzt nur noch Holzbretter in der Küche, weil man ja doch immer Abrieb produziert und ich kein Plastik auf meinem Gemüse haben will.“

„Lass uns das doch selbst machen“

So dachten auch viele andere Menschen und es entstand der Wunsch nach weniger Verpackungsmaterial. Die medialen Berichte über Unverpackt-Läden häuften sich und so auch die Begeisterung bei Heidrun Plümer. „Wir selbst wohnen sehr ländlich und müssen ca. 60 Kilometer bis zum nächsten Loseladen fahren“, berichtet sie. „Auf dem Land kann man so nicht unverpackt einkaufen. Mein Mann sagte dann spontan: „Lass uns doch selbst mal so einen Laden aufmachen“ und mir blieb dieser Gedanke bis Weihnachten im Kopf. In meinem Job fiel mir immer mehr auf, was alles falsch lief und so entschied ich mich, meine Vertriebler-Arbeit zu kündigen.“

 

Für die Beantragung von Arbeitslosengeld I ging Heidrun Plümer zur Agentur für Arbeit und erzählte dort von ihrer geplanten Selbständigkeit. „So viel Unterstützung vom Arbeitsamt hatte ich gar nicht erwartet“, erinnert sie sich. „Mir wurde ein Coaching zur Vorbereitung meiner Gründung angeboten, wo ich dann auch alle Unterlagen zur Beantragung des Gründungszuschusses erarbeiten könne. Bei meiner Recherche bin ich auf verschiedene Anbieter gestoßen und war erst sehr skeptisch, aber der Erstkontakt mit Erfolgspfad war gut. Mir war es natürlich unangenehm zu sagen, dass ich arbeitslos bin, aber der Berater sagte, das sei großes Glück. Denn so könne ich einen Aktivierungsgutschein (AVGS) beantragen und das Coaching kostenfrei bekommen. Zusammen mit meiner sehr netten Sachbearbeitung der Agentur hat sich so alles zum Positiven gewendet.“

Die Idee zählt, nicht das Geld

Im Februar und März 2020 traf sich die gelernte Landwirtin regelmäßig mit ihrem Unternehmensberater von Erfolgspfad und kristallisierte ihre Idee vom Lose Laden Truck weiter heraus. „Wir haben alle Fragen nach einem stationären Laden oder mobilen Truck gemeinsam erarbeitet und am Ende die beste Lösung gefunden. Alle Argumente waren objektiv und fachlich, dafür war ich wirklich dankbar. So eine Einschätzung eines Experten ist Gold wert und eben auch realistisch, das heißt verlässlich. Mit dem Businessplan war ich sehr zufrieden“, so Heidrun Plümer. „Ich hatte immer das Gefühl, dass es eben nicht nur ums Geld verdienen ging, sondern einfach um ein erfolgreiches Konzept.“

Direkt nach dem Coaching ging die angehende Selbständige zur Bank und beantragte Zuschüsse, um zum Beispiel einen Truck zu laufen. „Alles stand in den Startlöchern und dann kam am 16. März der Shutdown wegen Corona. Alles hatte geschlossen, keiner durfte mehr raus“, erzählt Heidrun Plümer. „Das war echt ein schlechter Scherz. Alles wurde auf Eis gelegt und über acht Wochen passierte nichts. Ich habe einige Tage überlegt, ob ich wirklich gründen will, wenn jetzt durch die Corona-Krise keiner mehr Geld und die Bereitschaft hat, hochwertige Lebensmittel einzukaufen.“

Tatsächlich schaute sie sich nach Stellen im Einzelhandel um und stellte sich sogar telefonisch einer Firma vor. Als der Chef jedoch nur flüchtige Auskünfte geben konnte, festigte sich bei Heidrun Plümer weiter der Wunsch, die eigene Chefin zu sein. Zuhause mit ihren zwei Kindern wartete sie ab, wie sich alles entwickeln würde, da sie selbst nichts mehr beeinflussen konnte. Zuerst meldete sich die Agentur für Arbeit und bewilligte den Gründungszuschuss, sodass Heidrun Plümer ihr Gewerbe zum 11. Mai anmelden konnte. „Als dann endlich die Zusage der Bank kam, habe ich mit voller Power durchgestartet. Zuerst haben wir ein ehemaliges Bäckerfahrzeug gekauft und zum Unverpackt-Truck umgebaut – alles selbst gemacht nach meinen eigenen Wünschen. Neben der Werbung auf Social Media habe ich dann meine Kontakte zu den regionalen Wochenmärkten genutzt und dort Stellplätze erworben. Die Märkte an der frischen Luft haben von den Hamsterkäufen während Corona profitiert und auch den Wunsch nach Nachhaltigkeit erfüllt. Sowohl junge Familien als auch ältere Herren kamen mit ihren Pötten zu unserem Truck, um ihre Lebensmittel aufzufüllen. Ich bin echt dankbar, dass mein Konzept so gut angenommen wurde und ich meine Umsatzzahlten trotz Krise nahezu erreichen konnte. Wir haben echt den ganzen Tag zu tun“, so die selbständige Verkäuferin froh.

Ihre Produktpalette umfasst neben Grundnahrungsmitteln wie Mehl, Samen, Nüsse und Gewürzen auch Süßigkeiten und Früchte. Die Kunden können entweder ihre eigenen leeren Behältnisse mitbringen oder im Unverpackt-Truck Glasgefäße erwerben. Die Müllvermeidung und Nachhaltigkeit haben dabei für Heidrun Plümer den höchsten Stellenwert. „Auch im Einkauf achte ich auf die Verpackung bei der Lieferung. Alle Waren haben zudem Bio-Qualität und sind regional. So kann jeder Kunde mit gutem Gefühl einkaufen und gleichzeitig einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz leisten. Ganz nach meinem Motto: ProPURE – Produkte – Unverpackt – Regional – Einkaufen.

Mit ihrem Truck ist Heidrun Plümer flexibel, wo sie sich hinstellt. Rückblickend ist sie froh, so viel Glück und Unterstützung gehabt zu haben. „Man darf die Mehrarbeit als Selbständige nicht unterschätzen, aber ich wurde gut informiert und auf alles vorberietet. Sowohl die Agentur für Arbeit als auch mein Berater von Erfolgspfad haben mir geholfen, alles realistisch zu planen und so erfolgreich zu gründen. Darüber hinaus bin ich branchenbezüglich mit Verbänden im Dialog und kann vorhandene Systeme wie die Wochenmärkte nutzen. Natürlich muss man den Mut haben, das auch finanziell zu riskieren, aber für mich hat es sich allemal gelohnt. Ich kann für meine Kinder da sein und gleichzeitig wertschöpfend arbeiten. Wenn es weiterhin so gut läuft, kann ich vielleicht sogar eine weitere Kraft einstellen und dann mehr die Vorzüge einer Selbständigkeit genießen.“

Zeitungsartikel vom 17. Juni 2020: https://www.om-online.de/wirtschaft/bei-heidrun-plumer-unverpackt-einkaufen-43082

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